Präsenzbibliothek Hohenburg in der Gemeindebücherei

Die Präsenzbibliothek Hohenburg richteten wir zum Auftakt der Ausstellung „Als die Lenggrieser noch Hohenburger waren“ im Juli 2013 in der Lenggrieser Gemeindebücherei ein.

Literatur aus dem Bestand des Vereins steht allen Interessierten zur Recherche vor Ort zur Verfügung. Eine Ausleihe ist grundsätzlich nicht vorgesehen, in Rücksprache mit dem Vereinsvorstand aber möglich.

Der Bestand der Präsenzbibliothek Hohenburg umfasst die folgenden Werke (Kurztitel):

 

Bücher

Stephan Bammer, 300 Jahre Feuerschützen in Lenggries, Lenggries 2004.

Stephan Bammer, Ey wer so schön sing’ darin, Lenggries 2007.

Sabine Buttinger, Das Kloster Tegernsee und sein Beziehungsgefüge im 12. Jh., München 2004.

Karl Demmel, Die Hofmark Maxlrain, Hirschenhausen 1941.

Deutsche Burgenvereinigung (Hg.), Burgen in Mitteleuropa, Stuttgart 1999.

Findbuch zu den Archivalien der Hofmark Hohenburg im Staatsarchiv München.

Walter Hotz, Kleine Kunstgeschichte der deutschen Burg, Darmstadt 1965.

Diemar Hundt und Elisabeth Ettelt, Burgen und Schlösser im Bayerischen Oberland, Freilassing 1984.

Joh. Kepler, Chr. Frisch, Herwart von Hohenburg, Ungedruckte wissenschaftliche correspondenz zwischen Johann Kepler und Herwart von Hohenburg 1599, Prag 1886.

Willy Kometer, Isarwinkler Boarisch im 20. Jahrhundert, Maschinenschrift, Lenggries 2016.

Karl Kopfmann, Die Hofmark Eurasburg, München 2005.

Lech-Isar-Land 2011, mit einer Kurzvorstellung der Ruine und des Vereins.

David Macaulay, Es stand einst eine Burg, München 2001.

Werner Meyer, Burgen in Oberbayern, Würzburg 1986.

Werner Meyer, Deutsche Burgen, Schlösser und Festungen, Frankfurt am Main 1979.

Otto Piper, Burgenkunde, Augsburg 1994.

Alexander Freiherr von Reitzenstein, rittertum und ritterschaft.

Herbert W. Wurster und Richard Loibl (Hg.), Ritterburg und Fürstenschloss, Passau 1998.

Beate Spiegel, Adliger Alltag auf dem Land, Münster u.a. 1997.

Eva Stahl, Wolf Dietrich von Salzburg, Wien u.a. 1980, mit Erwähnung Hörwarths.

Jochem Ulrich und Reinhard Weber, Die Burg über dem Dorf, Bad Tölz 2001.

Michael Weithmann, Ritter und Burgen in Oberbayern, Dachau 1999.

Hefte

Führer zur Burgruine Hohenburg, Lenggries 2013

Zeitschriften

Bayerische Archäologie 4/2013, »Ritter Burgen Minnesänger«.

Mitterfelser Magazin 21/2015, mit einem Beitrag von Edda Fendl über Franziska von Weichs, geb. von Hörwarth.

Fensterquiz

„Ritter und Burgen“

Historie Hohenburgs: Der erste Hörwarth kam vor 450 Jahren

Schlaglicht aus der Historie Hohenburgs: Am 25. November 2016 jährte sich ein Kaufgeschäft aus dem Jahr 1566 zum 450. Mal. „Dionys von Schellenberg hat Schloß Hohenburg sambt dem Gericht daselbst Hanns Paulußen Herwart von Augsburg verkauft“, lautet verkürzt der entsprechende Eintrag in einer Zusammenstellung von 1660.

Wer war dieser Hanns Paulußen Herwart von Augsburg?

Der 47-jährige Augsburger Kaufmann Joh. Paul Hörwarth, vermählt seit 22 Jahren mit Maria Magdalena, geborene Freifrau von Welser, und seit 18 Jahren Mitglied des Augsburger Rats, war also kein junger Mann mehr, der hier vielleicht seine Existenz aufbauen wollte.

Eventuell motivierte ihn seine Stellung als Pfleger (Landrat) der Freisingischen Herrschaft Werdenfels dazu, seinen Lebensmittelpunkt zu verlegen.

Es könnte auch sein, dass er einem Trend der damaligen Zeit folgte und wie andere Patrizier auch durch den Erwerb von Hofmarken einen standesmäßigen Aufstieg im Sinn hatte.

Sein Vater, der Ritter Hans von Hörwart, war 1554 vom Kaiser in den Freiherrnstand erhoben worden.

Seine Mutter Helena war die Schwester des Hohenburger Hofmarksherrn Dionys von Schellenberg, der erst Pfleger in Aichach, dann in Haag, und schließlich in Schongau war und zeitweilig auch die Hofmarken Reichersbeuern und Sachsenkam sowie den Oberhof und die Mühle auf der Aich (Eichmühle) in Tölz sowie die Mühle in Attenloh besaß.

Karl Pfund, der immens produktive Heimatforscher, bezog den Umzug Hörwarths auf den Tod von dessen Eltern, wobei dessen Mutter als Witwe steuerlich unmittelbar nach den Fuggern eingeschätzt wurde, so vermögend war sie: „Hanns Paul Hörwarth zog nach dem Tode seiner Eltern nach derselben bayerischen Veste, von welcher ungefähr fünfzig Jahre früher seine Mutter in die alte Reichsstadt am Lech gekommen war.“

Das Gut blieb also in der Familie, die jedoch über die weibliche Linie wieder einmal den Namen wechselte.

Schon Dionys von Schellenbergs Mutter Regina war eigentlich die letzte der Maxlrainer gewesen. Sie erbte nach ihrem Bruder Hohenburg, was jedoch von ihrem Cousin Wolf Maxlrain mit der Begründung angefochten wurde, dass Hohenburg ein Mannslehen sei. Tatsächlich heiratete Regina dann rasch den fürstlichen Rat und Küchenmeister Wolfgang von Schellenberg, der dann das Lehen vom Herzog empfangen konnte.

Joh. Paul Hörwarth gab 1574 das Bürgerrecht seiner Vaterstadt auf und bestimmte Hohenburg zum Fideicommißgut, dem unveräußerlichen und unteilbaren Erbgut der Familie.

Für dasselbe Jahr ist überliefert, dass der Augsburger Pumpwerkskonstrukteur Hans Sommer an der Veste Hohenburg tätig war. Vermutlich hat er ein hölzernes Pumpwerk errichtet, um Wasser von den unten vorbeifließenden Bächen auf die Burg zu pumpen.

Hörwarth kaufte vor 450 Jahren Hohenburg

Beitrag über das Thema in der Dezember-Ausgabe der „Lenggrieser Nachrichten“.

Innozens zog vor 325 Jahren um

 

Am 21. Oktober 1691 wurde der Leib des heiligen Innozens feierlich vom alten Burgschloss Hohenburg in einer Prozession zur Pfarrkirche in Lenggries überführt.  
Veranlasst hatte diese Überführung der neue Herr auf Hohenburg, der Hofrat und Reichsgraf Ferdinand Josef von Hörwarth, nachdem nach seinem Mitte Juni verstorbenen Vater Joh. Wilhelm gegen Ende September 1691 auch die Mutter Maria Katharina, geb. Baronin von Köth, verstorben war.

Die Ganzkörperreliquie des Märtyrers stammte aus Rom, wo sie der Innsbrucker Regierungsrat Joh. Georg v. Hörwarth, ein Bruder des verstorbenen Joh. Wilhelm, im Mai 1677 erhalten hatte. Im April 1682 wurde durch den Erzbischof von Freising die oberhirtliche Erlaubnis erteilt, dass die Reliquie in der Hohenburger Schlosskapelle öffentlich ausgestellt und verehrt werden durfte.

Von der Schlosskapelle in Hohenburg, wo sie bis dahin verwahrt gewesen war, zog unter Glockengeläute ein großer Prozessionszug zur Pfarrkirche, wo die Reliquie auf dem Hochaltar beigesetzt wurde.

Stephan Glonner, in den 1860er Jahren Benefiziat in Hohenburg und Verfasser einer Chronik, schrieb: 
„Der hl. Leib wurde aufs herrlichste geschmückt und in feierlicher Prozeßion von der Schloßkapelle, nachdem daselbst zuvor die Allerheiligen-Litanei gesungen, von Klerikern unter Musik zur Pfarrkirche getragen, auf dem Choraltar beigesetzt und feierlicher Gottesdienst mit Amt u. Predigt gehalten. Dem hl. Leibe zunächst folgten bei der Prozeßion Graf Ferd. Jos. v. Herwart u. seine Gemahlin M. Anna Helena und sehr viel Volk.“ 
Glonner führte insgesamt neun Geistliche aus Lenggries, Gaißach und Tölz inklusive Franziskanerpatres namentlich an.

Er merkte an, dass sich die Reliquie seit 1850 „auf dem Altöttinger Altar unter der Mensa“ befinde. Es ist anzunehmen, dass sie sich trotz zweier Renovierungen in den 1880er und 1920er Jahren, in denen jeweils auch ein neuer Hochaltar eingebaut wurde, immer noch unter der Mensa des Hochaltars befindet.

(2) Auszug aus der Chronik der Hofmark Hohenburg von Stephan Glonner, das Zitat zeigend. Diese Chronik befindet sich im Bestand des Historischen Vereins in Bad Tölz und wird im Tölzer Stadtarchiv aufbewahrt.

Innozenz kam vor 325 Jahren in die Pfarrkirche Lenggries.

Beitrag über das Thema in der Oktober-Ausgabe der „Lenggrieser Nachrichten“.

Findbuch zu Archivalien im Staatsarchiv

Die im Juli 2013 in der Gemeindebücherei eingerichtete Präsenzbibliothek des Fördervereins Burgruine Hohenburg wächst weiter: Jüngster Neuzugang ist das „Findbuch zu den Archivalien der Hofmark Hohenburg im Staatsarchiv München“, eine vom Staatsarchiv erworbene und in Eigenregie hergestellte Kopie des dortigen Repertoriumsbands über den Bestand „Hofmark Hohenburg“. 

In diesem Findbuch kann man nachsehen, zu welchen Themen historische Akten und Urkunden im Staatsarchiv vorhanden sind. Das Findbuch ist in neun Kapitel gegliedert:
1. Grundbesitz und -verwaltung
2. Verwaltung (u.a. Hofmarksherren, Inventare, Personal, Vereine)
3. Rechnungswesen
4. Jurisdiktion (u.a. Zivilrecht, Strafrecht)
5. Wirtschaft (u.a. Brauwesen)
6. Forst- und Jagdwesen (inkl. Trift)
7. Kirche-, Schul- und Zehntsachen (u.a. Waisenhaus)
8. Geschichte (u.a. Brauchtum)
9. Stiftungen (u.a. Armenfond, Pfarrkirche).

Alle Untergliederungen sind fortlaufend nummeriert; mit Angabe des Bestandes „Hofmark Hohenburg“ und der Nummer, z.B. „2614“, wo es um ein Stiftsschießen um Martini 1782 geht, kann man die Archivalien zur Einsicht im Lesesaal des Staatsarchivs bestellen. Insgesamt umfasst der Bestand 2.602 Aktenbestände, die den Umfang von einer dünnen Mappe bis hin zu umfangreichen Konvoluten haben können. Die Archivalien umfassen den Zeitraum vom 14. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg.

Stephan Bammer und Florian Scheitler mit dem Findbuch vor einer Klassenarbeit über Hohenburg.

Stephan Bammer und Florian Scheitler  präsentieren das Fundbuch in der Gemeindebücherei.

Burgverein erhält Spende

Erfreuliche Überraschung: Aus dem Erlös der „Lenggrieser Karte“ 2014 spendete die Werbegemeinschaft 500 Euro an den Burgverein! Ein herzliches Vergelt’s Gott!