Anfang 2017 erreichte den Vereinsvorstand per Mail aus Österreich die Frage, ob Interesse am Erwerb zweier Porträtgemälde bestünde, die den Augsburger Patrizier Hans Hörwarth und vermutlich seine Gemahlin darstellen.
Dieses Angebot, dem wir nach reiflicher Prüfung und dank der finanziellen Unterstützung durch die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen und die Raiffeisenbank im Oberland mit erträglicher Eigenleistung nachgekommen sind, hat unsere Befassung mit einem neuralgischen Punkt in der Historie Hohenburgs beflügelt.
Der heimatkundlichen Überlieferung nach hat Hans Paul Hörwarth aus Augsburg 1566 die Hofmark Hohenburg von Dionys von Schellenberg erworben. Der auf dem Gemälde porträtierte Hans Hörwarth wäre dessen Vater, die vermutete Ehefrau eine geb. Schellenberger, die man als Schwester des Dionys verortet hatte, so dass Hohenburg – wie bei vorhergehenden Namenswechseln auch – innerhalb der Familie verkauft worden wäre.
Der Teufel liegt indes im Detail: Helena, die Frau des Hans Hörwarth, war zwar eine geborene Schellenberger, mitnichten jedoch eine geb. von Schellenberg. Sie war nicht die Schwester des Dionys von Schellenberg, wie wir aus dem veröffentlichten Katalog einer akribischen Forschungsarbeit nach den Beziehungen zwischen den Augsburger Patriziergeschlechtern („Prosopographie“) herauslesen konnten.
Zu dieser „schlechten“ Nachricht gesellten sich Zweifel an der Originalität der Gemälde, was jedoch den überraschenden Erkenntnisgewinn nicht schmälert.

