Herrschaftsgeschichte

Herrschaftsgeschichte Hohenburgs bis zum Brand 1707

 


Die Tanner / Hohenburger

  • 1092-1113 Nennungen von „Hohenburch“ in Urkunden. Im Zentrum der Hohenburger Anfänge steht wohl „Richer de Hohenburch“ (hier als Richer III. gezählt).
  • 1100-1140 Vier Söhne Richers III.: Udalschalk II., Richer IV., Eberhard (evtl. Gebehard, s.u.) und Nortpreht.
  • 1127 / 1147 Erwähnung von zwei Söhnen Richers IV.: Richer V. und Adalbero, beide zu je einem Viertel Miteigentümer von Hohenburg, außerdem Gebhard.
  • um 1140 Adalbero und Gebhart von Hohinperch, Richer und sein Bruder Adalbero von Hohinburch
  • 1140-1175 Gebehard von Hohinburch. Nach ihm ist die Gebhardgasse benannt.
  • 1148 Ehevertrag zwischen Adalbero (-1181) und Agnes (-1183), wohl von Wangen im Sarntal. Diese Ehe indes blieb kinderlos, das Erbe ging 1181 an das Kloster Tegernsee.
  • um 1160 Gebrüder Richer [V.] und Adalbero von Hovhinburch.
  • um 1170 Otto von Hohenpurch. Vermutlich identisch mit Otto von Raitenbuch.

Wappen Tann

Wappen von Tann um 1100

 


Die Hohenburg-Tölzer

1202 nannte sich erstmalig ein Heinrich Tolnzar ‚de Hohenburg’. Seine Heimat Döllnitz gab der herzoglichen Neugründung an der Isar (vormaliges Re(g)inried) ihren neuen Namen Tollenz. Heinrich hat Irmgard von Hohenburg, die Tochter Gebhards, geheiratet und ist so in den Besitz von Hohenburg gelangt. Als Söhne sind sicher überliefert ein Gebhard (II.) und ein Konrad.

ca. 1210 Rudolfus de Hohenburch (Robert?), evtl. ebenfalls ein Sohn Heinrichs.

1214 Mathild, die Tochter des Richer von Hohenburch, und ihre Söhne Hugo von Tufers und Arnold von Rodench erschienen am 11. September 1214 vor Bischof Konrad von Brixen und verkauften ihre Rechte u.a. auf Schloss Hohenburg an den Abt von Tegernsee. Damit verschwindet das Geschlecht der Hohenburger aus den Urkunden.

ca. 1224 lt. einer Urkunde waren Heinrich (II.?) und Gebhard Brüder. Heinrich II. wäre damit der vierte Heinrich I. zugeschriebene Sohn.

1231-1255 Heinrich von Hohenburg, Sohn von Heinrich II. und Enkel von Heinrich I.

1231-1261 Gebhard von Tölz, Sohn Heinrichs des Tölzers, nennt sich ein Mal auch nach Hohenburg.

1261 starb Heinrich II.; sein Erbe ging an Gebhard.

1261 starb Gebhard der Tölzer kinderlos. Mit ihm starb das Geschlecht der Herren von Hohenburg-Tölz aus. Bereits im April 1262 amtierte Pfalzgraf Ludwig in Tölz.

 


Die Wittelsbacher

  • 1266 gab der Freisinger Bischof Konrad II. die von seinem Vorgänger Konrad I. übernommenen Güter im Isarwinkel seinem Vetter Herzog Ludwig dem Strengen von Bayern zu Lehen. Der Herzog seinerseits vergab Hohenburg fortan ebenfalls als Lehen weiter, wie üblich gegen Heeresfolge als Dienstleistung. „In Hohenburg wurde nun, wie in Tölz, ein herzogliches ‚Officium’ (Amt) errichtet.“
  • 1279-1284 Im Urbar wurde Hohenburg noch als dem Landgericht eingegliedertes kleines Amt geführt.

Wappen Wittelsbacher

Wappen der Herzöge von Bayern um 1260

 


Die Eglinger

  • 1294 Ritter Konrad der Eglinger, zu Lehen von Herzog Rudolf dem Stammler.
  • 1295 übertrug Konrad von Egling Hohenburg als „Morgengabe“ auf seine zwei Söhne Ludwig und Bernhart.
  • 1307 (urkundlich) Konrads Söhne: Ludwig, Otto, Ulrich, Chunrat (Konrad) und Bernhart.
  • 1369 Wernher von Egling
  • 1381 nannte sich Konrad von Maxlrain bereits „Maxlrainer zu Hohenburg“. Er hatte eine Tochter Wernhers von Egling geheiratet.
  • 1393 wird Hohenburg noch als des Eglingers Hofmark genannt.

Wappen Eglinger

Wappen von Egling um 1472

 


Die Maxlrainer

  • 1397 Konrads Bruder Wilhelm (I.), er hatte vier Söhne mit seiner Gemahlin Anna von Pocksberg: Johann, Wilhelm (II.), Ludwig und Herrmann.
  • 1423 starb Wilhelm I. Seine Witwe Anna hatte um 1423 die Pflege Tölz inne, evtl. hat sie die Ämter und Besitzungen ihres Mannes geerbt.
  • 1433 Wilhelm II. Maxlrainer.
  • 1439 Wilhelms jüngster Sohn Ludwig und dessen Bruder Wilhelm Maxlrainer.
  • 1480 oder 81 starb Ludwig Maxlrainer und hinterließ die Söhne Sigmund, Veit und Georg sowie die Tochter Margarethe. Nach langem Erbstreit erhielt Sigmund 1490 Hohenburg.
  • 1497 Sigmunds Witwe Christina für ihre Söhne, Christoph u. Peter Paulus.
  • 1522 Christines Sohn Peter Paulus von Maxlrain.

Wappen Maxlrain

Wappen von Maxlrain um 1450

 


Die Schellenberger

1522 nach dem Tod von Peter Paulus, heiratet seine Schwester Regina, mit Wolfgang von Schellenberg.

1551 Regina von Schellenberg über ihren Sohn Dionys als Lehensträger.

1554-1567 Wolfgangs und Reginas Sohn Dionys von Schellenberg (-1585).

 


Die Hörwarth

  • 1566 –1586 Joh. Paul Hörwarth aus Augsburg (1519 -1586), er kauft 1566 Schloss und Gericht Hohenburg vom Bruder seiner Mutter, Dionys von Schellenberg.
  • 1586-1591 Joh. Pauls Witwe Magdalena als explizite „Hofmarksfrau“.
  • 1591-1599 Die sechs Söhne Joh. Pauls und Magdalenas gemeinsam. 1598 starb Joh. Friedrich. Joh. Paul und Joh. Christoph verzichteten zugunsten einer Rente.
  • 1599-1622 Gleichlautender Lehenbrief für die übrigen Brüder Joh. Georg, Joh. Konrad u. Joh. Karl.
  • 1622-1656 Joh. Georgs Sohn Joh. Georg Hörwarth (II.)
  • 1657-1691 Joh. Wilhelm, ältester Sohn Joh. Georgs (II.).
  • 1691-1731 Ferdinand Joseph von Herwarth

Wappen Hörwart 1460

Ur-Wappen von Hörwarth um 1460

Wappen Hörwart 1700

Wappen der Grafen Hörwarth zu Hohenburg um 1700

 


 


Ferdinand Joseph von Hörwarth

(ca. 1662-1731)
Katzameyer schreibt über Ferdinand Joseph in der Lenggrieser Chronik:

„Vierzig Jahre lang war er Herr auf Hohenburg. Er gehörte mit zu den hervorragendsten und für Lenggries / Hohenburg wichtigsten Edlen von Herwarth. Reich an Ehren und Gütern war er der größte Wohltäter der Hofmark.“

  • Sohn von Joh. Wilhelm von Hörwarth und M. Katharina, geb. Baronin v. Köth
  • Studium der „humaniora“, Philosophie, Rechtswissenschaft, „Institutionen“ und
    „Digesten“ in München, Landshut, 1684 Ingolstadt, Salzburg, Straßburg.
  • Fürstlicher und kaiserlicher Kämmerer, Geheimrat, Revisions-Direktor, Vitzthumamtkommissär, Präsident des Confiscations- und Comercien-Rates, Pfleger in Schwaben

Über Erbschaften wurde Ferdinand Josef Besitzer von 13 Hofmarken:

  • Hohenburg, Ottenberg, Inham, Allmannshausen, Biberkor (bei Berg am Starnberger See), Forsten- und Poschetsried.
  • Dazu kaufte er noch: Ergolting, Farcha, Hechenberg und Paunzhausen.

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Er war verheiratet mit:

  1. Maria Anna Katharina Helena, geb. Baronin von Speth (ca. 1669/1672 – 1714/1717); mit Schwager Baron Max von Speth, dem Freisinger Domherrn, errichtete Ferd. Joseph 1705 die Schützenbruderschaft) und
  2. Maria Anna Kunigunda, geb. Gräfin von Preysing. (-1748).
    In erster Ehe hatte er dreizehn Kinder, darunter zwei überlebende Töchter und drei Söhne:
    Jos. Johann Franz Anton Marcus (1695-1740), Joh. Michael (1708-63) und Joh. Georg (-1750)

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Herr von Hohenburg von 1691-1731

  • 1. November 1693 Eröffnung des von seinem Vater testamentarisch gestifteten Waisenhauses
  • 21. April 1695 Errichtung des Schloss-Benefiziums
  • 12. Juni 1698 Grundsteinlegung zur Grabkapelle auf dem Kalvarienberg
  • 21. Juli 1707 Brand der Burg
  • 12. Mai 1712 Grundsteinlegung für das 1719 fertig gestellte neue Schloss
  • 1715 Verkauf von Forstenried und Poschetsried (ab da: Fürstenried genannt) an Kurfürst Max Emanuel für die „neue Hofmarkt“ (Wegscheid und Schlegldorf)
  • 1722 Neubau der Pfarrkirche St. Jakob