Glonner-Chronik beinahe abgeschlossen

Unter der Leitung unseres Mitglieds Max Raeder übertrugen seit Anfang 2016 rund 15  ehrenamtliche Helfer die »Chronik der Hofmark Hohenburg« von Stephan Glonner aus dem Jahr 1867. Im Verlauf eines guten Jahres haben sie 435 Seiten transkribiert – ein schönes Beispiel dafür, dass man große Projekte stemmen kann, wenn man sich zusammentut. Auf Einladung des Burgvereins traf sich die Gruppe nun als interner Abschluss beim Altwirt auf Kaffee und Kuchen.

Max Raeder dankt den Helfern des Glonner-Chronikprojekts.

Max Raeder bedankt sich bei den Mitarbeitern am Glonner-Chronikprojekt.

Hr. Raeder bedankte sich bei den Helfern und trug einige besondere Passagen aus der Chronik vor. Für den Verein bedankte sich der Vorsitzende Stephan Bammer herzlich ebenso bei den Helfern wie auch ganz besonders beim Projektleiter Max Raeder, der nebenbei auch die meiste Arbeit in dieses Projekt hineingesteckt hat. Ganz herzlichen Dank und Gratulation an alle Beteiligten!

Die Glonner-Chronik

Schmucktitel der Glonner-Chronik

Schmucktitel der Glonner-Chronik

Die Glonner-Chronik im Eigentum des Historischen Vereins für das bayerische Oberland in Bad Tölz wird im Stadtarchiv Bad Tölz aufbewahrt. Es ist äußerst zweckdienlich, künftigen Forschern eine Übertragung sowie eine digitale Reprografie vorlegen zu können und so das Original zu schonen. Wir danken beiden Institutionen für die konstruktive Zusammenarbeit!

Präsenzbibliothek Hohenburg in der Gemeindebücherei

Die Präsenzbibliothek Hohenburg richteten wir zum Auftakt der Ausstellung „Als die Lenggrieser noch Hohenburger waren“ im Juli 2013 in der Lenggrieser Gemeindebücherei ein.

Literatur aus dem Bestand des Vereins steht allen Interessierten zur Recherche vor Ort zur Verfügung. Eine Ausleihe ist grundsätzlich nicht vorgesehen, in Rücksprache mit dem Vereinsvorstand aber möglich.

Der Bestand der Präsenzbibliothek Hohenburg umfasst die folgenden Werke (Kurztitel):

 

Bücher

Stephan Bammer, 300 Jahre Feuerschützen in Lenggries, Lenggries 2004.

Stephan Bammer, Ey wer so schön sing’ darin, Lenggries 2007.

Sabine Buttinger, Das Kloster Tegernsee und sein Beziehungsgefüge im 12. Jh., München 2004.

Karl Demmel, Die Hofmark Maxlrain, Hirschenhausen 1941.

Deutsche Burgenvereinigung (Hg.), Burgen in Mitteleuropa, Stuttgart 1999.

Findbuch zu den Archivalien der Hofmark Hohenburg im Staatsarchiv München.

Walter Hotz, Kleine Kunstgeschichte der deutschen Burg, Darmstadt 1965.

Diemar Hundt und Elisabeth Ettelt, Burgen und Schlösser im Bayerischen Oberland, Freilassing 1984.

Joh. Kepler, Chr. Frisch, Herwart von Hohenburg, Ungedruckte wissenschaftliche correspondenz zwischen Johann Kepler und Herwart von Hohenburg 1599, Prag 1886.

Willy Kometer, Isarwinkler Boarisch im 20. Jahrhundert, Maschinenschrift, Lenggries 2016.

Karl Kopfmann, Die Hofmark Eurasburg, München 2005.

Lech-Isar-Land 2011, mit einer Kurzvorstellung der Ruine und des Vereins.

David Macaulay, Es stand einst eine Burg, München 2001.

Werner Meyer, Burgen in Oberbayern, Würzburg 1986.

Werner Meyer, Deutsche Burgen, Schlösser und Festungen, Frankfurt am Main 1979.

Otto Piper, Burgenkunde, Augsburg 1994.

Alexander Freiherr von Reitzenstein, rittertum und ritterschaft.

Herbert W. Wurster und Richard Loibl (Hg.), Ritterburg und Fürstenschloss, Passau 1998.

Beate Spiegel, Adliger Alltag auf dem Land, Münster u.a. 1997.

Eva Stahl, Wolf Dietrich von Salzburg, Wien u.a. 1980, mit Erwähnung Hörwarths.

Jochem Ulrich und Reinhard Weber, Die Burg über dem Dorf, Bad Tölz 2001.

Michael Weithmann, Ritter und Burgen in Oberbayern, Dachau 1999.

Hefte

Führer zur Burgruine Hohenburg, Lenggries 2013

Zeitschriften

Bayerische Archäologie 4/2013, »Ritter Burgen Minnesänger«.

Mitterfelser Magazin 21/2015, mit einem Beitrag von Edda Fendl über Franziska von Weichs, geb. von Hörwarth.

Fensterquiz

„Ritter und Burgen“

Historie Hohenburgs: Der erste Hörwarth kam vor 450 Jahren

Schlaglicht aus der Historie Hohenburgs: Am 25. November 2016 jährte sich ein Kaufgeschäft aus dem Jahr 1566 zum 450. Mal. „Dionys von Schellenberg hat Schloß Hohenburg sambt dem Gericht daselbst Hanns Paulußen Herwart von Augsburg verkauft“, lautet verkürzt der entsprechende Eintrag in einer Zusammenstellung von 1660.

Wer war dieser Hanns Paulußen Herwart von Augsburg?

Der 47-jährige Augsburger Kaufmann Joh. Paul Hörwarth, vermählt seit 22 Jahren mit Maria Magdalena, geborene Freifrau von Welser, und seit 18 Jahren Mitglied des Augsburger Rats, war also kein junger Mann mehr, der hier vielleicht seine Existenz aufbauen wollte.

Eventuell motivierte ihn seine Stellung als Pfleger (Landrat) der Freisingischen Herrschaft Werdenfels dazu, seinen Lebensmittelpunkt zu verlegen.

Es könnte auch sein, dass er einem Trend der damaligen Zeit folgte und wie andere Patrizier auch durch den Erwerb von Hofmarken einen standesmäßigen Aufstieg im Sinn hatte.

Sein Vater, der Ritter Hans von Hörwart, war 1554 vom Kaiser in den Freiherrnstand erhoben worden.

Seine Mutter Helena war die Schwester des Hohenburger Hofmarksherrn Dionys von Schellenberg, der erst Pfleger in Aichach, dann in Haag, und schließlich in Schongau war und zeitweilig auch die Hofmarken Reichersbeuern und Sachsenkam sowie den Oberhof und die Mühle auf der Aich (Eichmühle) in Tölz sowie die Mühle in Attenloh besaß.

Karl Pfund, der immens produktive Heimatforscher, bezog den Umzug Hörwarths auf den Tod von dessen Eltern, wobei dessen Mutter als Witwe steuerlich unmittelbar nach den Fuggern eingeschätzt wurde, so vermögend war sie: „Hanns Paul Hörwarth zog nach dem Tode seiner Eltern nach derselben bayerischen Veste, von welcher ungefähr fünfzig Jahre früher seine Mutter in die alte Reichsstadt am Lech gekommen war.“

Das Gut blieb also in der Familie, die jedoch über die weibliche Linie wieder einmal den Namen wechselte.

Schon Dionys von Schellenbergs Mutter Regina war eigentlich die letzte der Maxlrainer gewesen. Sie erbte nach ihrem Bruder Hohenburg, was jedoch von ihrem Cousin Wolf Maxlrain mit der Begründung angefochten wurde, dass Hohenburg ein Mannslehen sei. Tatsächlich heiratete Regina dann rasch den fürstlichen Rat und Küchenmeister Wolfgang von Schellenberg, der dann das Lehen vom Herzog empfangen konnte.

Joh. Paul Hörwarth gab 1574 das Bürgerrecht seiner Vaterstadt auf und bestimmte Hohenburg zum Fideicommißgut, dem unveräußerlichen und unteilbaren Erbgut der Familie.

Für dasselbe Jahr ist überliefert, dass der Augsburger Pumpwerkskonstrukteur Hans Sommer an der Veste Hohenburg tätig war. Vermutlich hat er ein hölzernes Pumpwerk errichtet, um Wasser von den unten vorbeifließenden Bächen auf die Burg zu pumpen.

Hörwarth kaufte vor 450 Jahren Hohenburg

Beitrag über das Thema in der Dezember-Ausgabe der „Lenggrieser Nachrichten“.

Findbuch zu Archivalien im Staatsarchiv

Die im Juli 2013 in der Gemeindebücherei eingerichtete Präsenzbibliothek des Fördervereins Burgruine Hohenburg wächst weiter: Jüngster Neuzugang ist das „Findbuch zu den Archivalien der Hofmark Hohenburg im Staatsarchiv München“, eine vom Staatsarchiv erworbene und in Eigenregie hergestellte Kopie des dortigen Repertoriumsbands über den Bestand „Hofmark Hohenburg“. 

In diesem Findbuch kann man nachsehen, zu welchen Themen historische Akten und Urkunden im Staatsarchiv vorhanden sind. Das Findbuch ist in neun Kapitel gegliedert:
1. Grundbesitz und -verwaltung
2. Verwaltung (u.a. Hofmarksherren, Inventare, Personal, Vereine)
3. Rechnungswesen
4. Jurisdiktion (u.a. Zivilrecht, Strafrecht)
5. Wirtschaft (u.a. Brauwesen)
6. Forst- und Jagdwesen (inkl. Trift)
7. Kirche-, Schul- und Zehntsachen (u.a. Waisenhaus)
8. Geschichte (u.a. Brauchtum)
9. Stiftungen (u.a. Armenfond, Pfarrkirche).

Alle Untergliederungen sind fortlaufend nummeriert; mit Angabe des Bestandes „Hofmark Hohenburg“ und der Nummer, z.B. „2614“, wo es um ein Stiftsschießen um Martini 1782 geht, kann man die Archivalien zur Einsicht im Lesesaal des Staatsarchivs bestellen. Insgesamt umfasst der Bestand 2.602 Aktenbestände, die den Umfang von einer dünnen Mappe bis hin zu umfangreichen Konvoluten haben können. Die Archivalien umfassen den Zeitraum vom 14. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg.

Stephan Bammer und Florian Scheitler mit dem Findbuch vor einer Klassenarbeit über Hohenburg.

Stephan Bammer und Florian Scheitler  präsentieren das Fundbuch in der Gemeindebücherei.